Wanderungen

Die meisten Störche können nur dann weitere Strecken zurücklegen, wenn sie entsprechende Luftströmungen vorfinden. Im Normalfall fliegen sie so lange umher, bis sie eine gute Thermik gefunden haben, in der sie nach oben steigen (max. bisher beobachtete Höhe = 4.500 m!) und dann in die gewünschte Richtung segeln. Amerikanische Waldstörche nutzen diese Flugweise erst dann, wenn sie Strecken von mehr als 10 km zurücklegen. Solche lokalen Flugbewegungen stehen meist mit der Suche nach geeigneten Nahrungsquellen in Zusammenhang. Dabei können mitunter Strecken von über 100 km zurückgelegt werden, wie dies beim Waldstorch festgestellt wurde.

Regelmäßige kleine Wanderungen vollführen beide Klaffschnabelarten Südlich des Äquators brütende Mohrenklaffschnäbel z.B. ziehen nach dem Flüggewerden der Jungen aus bisher unbekannten Gründen über den Äquator, um dort die Trockenzeit in größeren Ansammlungen zu verbringen.

Richtige Wanderungen (Zugbewegungen) gibt es bekanntermaßen beim Weiß- und Schwarzstorch, daneben auch beim Schwarzschnabelstorch und als einzigem tropischen Vertreter beim Abdimstorch. Dieser hält sich während der Regenzeit von November bis März (Südsommer) südlich des Sambesi auf, danach wandert er (mit der Regenzeit) über Ostafrika bis zum Senegal bzw. nach Somalia, wo er seine Brutplätze hat. Weil die Art zusammen mit dem für die ansässige Bevölkerung so wichtigen Regen eintrifft, wird sie auch als Regenstorch bezeichnet und ähnlich wie unser Weißstorch hoch verehrt.