Häufigkeit und Schutzprobleme

Vom Argala (auch Indischer Marabu oder Adjutant) existierte in Burma eine Kolonie mit "Millionen" von Vögeln, die offenbar sogar bis nach Calcutta flogen, so daß dort auf fast jedem Dach ein Adjutant zu sehen war. Bis 1979 stand die Art auch nicht auf der Roten Liste. Heute gibt es in der Kolonie von Burma oder in Calcutta keinen einzigen Indischen Marabu mehr, lediglich in NE Indien (Assama) fand man 1990 noch eine Kolonie mit 75 Paaren, wobei aber eine starke Bedrohung durch die Jagd und das Fällen von Brutbäumen besteht. Eine noch lebensfähige kleinere Population lebt in Südvietnam. Evtl. existieren in Bangladesh, Burma, Kampuchea oder Laos noch Brutvorkommen.

Wie bei vielen anderen Großvögeln ist auch bei anderen Storcharten ein z.T starker Rückgang zu verzeichnen. Zur Zeit sind zwar nur 5 Arten weltweit als "bedroht" eingestuft, der Schwarzstorch ist als 6. Kandidat vorgesehen, dennoch sind 15 der 19 Arten zumindest regional im Bestand gefährdet.

Alle weltweit bedrohten Storcharten leben in Asien, meist in dicht besiedelten Gebieten, wo die Landwirtschaft oder der Holzeinschlag die Hauptursachen des Rückganges darstellen. In Bangladesh wurden z.B. Bäume mit 100 besetzten Storchnestern für die Feuerholzgewinnung gefällt. Die Arbeit professioneller Holzeinschlag-Firmen ist die größte Bedrohung für den Milchstorch an der Westküste Sumatras, von denen es noch max. 5.000 Tiere gibt. Das gilt auch für den Höckerstorch, der mit weniger als 300 Tieren der wohl seltendste Storch überhaupt ist. Bei dieser Art sind Schutzbemühungen besonders schwierig, weil er als heimlicher Einzelgänger in den Süßwassersumpfwäldern seiner Heimat schwer zu finden ist.

Gerade solche Gebiete mit endemischen Vogelformen sind aber wichtig für das vom Internationalen Rat für Vogelschutz (ICBP) in´s Leben gerufene Biodiversitätsprojekt, weil mit solchen Flaggschiff-Arten auch die Lebensräume unscheinbarer Tier- und Pflanzenarten geschützt werden können. Ein schönes Beispiel dafür ist der Jabiru, dessen Populationsgröße in Mittelamerika auf weniger als 100 Individuen geschätzt wird. Dieser Vogel ist in Belize inzwischen nicht nur auf vielen Naturschutz-Postern zu sehen, sondern sogar auf Münzen geprägt. Damit werden zumindest viele Leute auf die Probleme aufmerksam und setzen sich am Ende für den Jabiru ein.